Auch Brücken in Hann. Münden haben erhebliche Mängel

Unglück wie in Genua wird ausgeschlossen

Experten sind sich sicher: Ein Unglück wie in Genua, bei dem eine stark befahrene Brücke wie aus heiterem Himmel einstürzte und Menschen unter sich begrub, kann hierzulande nicht passieren. Regelmäßige Überprüfungen sorgen dafür, dass Schäden schnell entdeckt und behoben werden können. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass nicht alle Brücken in Hann. Münden den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechen. Leider ist es nicht ganz so einfach, marode Brücken zu sanieren.
Die Prüfungsergebnisse der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigen auf, dass die Brücken in Niedersachsen erhebliche Mängel aufweisen. Von 5323 Straßenbrücken befindet sich nur jede fünfte Brücke in einem guten oder sehr guten Zustand. Als Hauptgrund für die Schäden an den Brücken gilt der in den letzten Jahren enorm gestiegene Güterverkehr auf den Straßen. Von den über 5000 geprüften Brücken wurden sogar 156 Brücken als „nicht ausreichend“ bezeichnet. Die baufälligste Brücke steht in Goslar. Doch auch in Hann. Münden machen sich die Straßenplaner Sorgen um die Qualität der Brücken, die es hier ja nun vielfach gibt, um die Flüsse zu überqueren. Aber es wird auch reagiert. So hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim den Ersatzneubau der Weserbrücke (B3/B80) zum Großprojekt erklärt. Das für den Bau notwendige Planfeststellungsverfahren wurde im letzten Juni vom Landkreis Göttingen eingeleitet.

Während der Bauphase soll der Verkehr über die alte Brücke geführt werden. Durchschnittlich fahren über die 210 Meter lange Brücke aus dem Jahr 1961 täglich 16.000 Fahrzeuge. Erst, wenn die neue Brücke steht, wird die alte Brücke abgerissen. Die Bauzeit der neuen Brücke soll nach zwei Jahren, also 2021, abgeschlossen sein.

Hann. Mündens Bürger müssen keine Angst beim Überfahren von Brücken haben. Auch, wenn sie als marode eingestuft wurden, besteht keine Einsturzgefahr. Neben einer persönlichen Überprüfung durch versierte Fachleute gibt es heutzutage technische Überwachungssysteme, die jede Bewegung einer Brücke kontrollieren. Text & Fotos: Stobbe