Bürger lehnen sich auf und protestieren gegen der Verfall des Fachwerkensembles in Hann. Münden

Hunderte begleiteten den Mündener Trauermarsch der Bürgerinitiative

Unbenannt-1Gegen den jahrelangen Leerstand von sieben stadtbildprägenden Fachwerkhäusern, die Karl- Herbert Haas, einem Unternehmer aus Bad Orb gehören, gingen am 18. Juli mehrere hundert Menschen in Hann. Münden auf die Straße. Ein Kampf für die Revitalisierung von Fachwerkjuwelen, die ihr gähnendes Dasein inmitten eines wunderschönen erschlossenen Fachwerkensembles aufrecht erhalten, ist entfacht. Herunterfallende Dachziegel, Wasserschäden, ein auf dem Nachbargrundstück umgefallener Baum oder eine gußeiserne Metallschildhalterung, die nur noch am seidenen Nagel hängt – das sind Zeichen der Verwahrlosung, und das widerstrebt den Mündener Bürgern. Die Bürgerintiative “Denkmalaktivisten“ organisierte einen Trauermarsch zu allen sieben Gebäuden, vor denen jeweils eine gänsehauterregende Rede gehalten und Trauerkränze niedergelegt wurden. Wie einem schwarzen Magnet strömten auch neugierige Bürger nach und nicht wenige hatten bei der trüben Stimmung einen Klos im Hals. “Ich wusste gar nicht, dass so viel Leerstand an einer Person hängt!“, so eine Passantin. “Dieser Trauermarsch hat verdeutlicht, dass der Familie Haas gleich sieben Häuser in Filetstücken der Stadt gehören. Die Kränze hinterlassen einen bleibenden Eindruck und die Menschen bleiben neugierig davor stehen und lesen interessiert – somit wird die Wirkung noch anhalten. Begeistert haben sich auch Auswärtige dem Trauermarsch angeschlossen. Sie fanden es toll, dass sich Bürger gegen Spekulanten wehren und vervollständigten, dass es wohl überall Leerstand gäbe. “Aber so mutwillig Häuser zu zerstören, bleibt unbegreiflich.“, so Denkmalaktivist Bernd Demandt.