Benefizkonzert in der evangelisch-reformierten Kirche

Großes Harfenorchester fürs Hospiz

Applaus für die Musikerinnen vom Mündener Klanghaus beim Benefizkonzert zu Gunsten Astrid Burkhardt
Applaus für die Musikerinnen vom Mündener Klanghaus beim Benefizkonzert zu Gunsten musiktherapeutischer Angebote im Hospiz Hann. Münden. Foto: Astrid Burkhardt

Hann. Münden. Es kostete schon etwas Überwindung, sich bei extrem heißem Wetter am Veranstaltungstag (05. Juli 2015) auf den Weg zu machen, um das diesjährige Benefizkonzert „Musik für Musik“ anzuhören. Viele haben es gewagt und wurden belohnt. Die Veranstalter hatten dafür gesorgt, dass es im Kirchenraum der evangelisch-reformierten Kirche in Hann. Münden angenehm kühl war. Schon der Anblick von siebzehn Harfen im Altarraum war beeindruckend. Die Harfen-Klasse des Mündener Klanghauses ist gewachsen und im Frühjahr diesen Jahres sind dort in einem Harfenbaukurs etliche neue Harfen gebaut worden. Auch die Thüringer Harfenklasse von Bettina Kallausch hatte wieder den weiten Weg auf sich genommen, um dabei zu sein.

Die Leiterin des Mündener Hospizes, Manuela Brandt-Durlach, dankte allen Mitwirkenden und der gastgebenden Kirchengemeinde, die die Musizierenden wieder vor dem Konzert mit selbstgebackenem Kuchen und Getränken freundlich bewirtet hatte. Ihr besonderer Dank galt den Mitarbeitern und dem unverzichtbaren Engagement der Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit. Im vergangenen Jahr hat das Hospiz seinen Gästen von den Spenden des ersten Benefizkonzertes „Musik für Musik“ viele musiktherapeutische Leistungen anbieten können, die ihr Leben sehr bereichert haben. Wie im Vorjahr solle auch das diesjährige Benefizkonzert die Zuhörenden ebenso erfreuen, wie später die Gäste des stationären Hospizes, denn die ie am Ausgang gesammelten Spenden werden wieder ausschließlich für musiktherapeutische Angebote im Hospiz Hann. Münden eingesetzt.

Bettina Kallausch wählte getreu ihrem Wahlspruch „Was ist schöner als eine Harfe – viele Harfen“ einen grandiosen Auftakt mit dem gesamten Harfenorchester. Siebzehn Harfenistinnen spielten ein Medley aus vier traditionellen Weisen. Dass es so vielen Musikerinnen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und nur einer einzigen gemeinsamen (General)probe gelingt, zu einem harmonischen Zusammenspiel zu gelangen, ist schon eine besondere Leistung.

Dann durften die Jüngsten aus dem generationsübergreifenden Orchester kleine Solodarbietungen vorführen. Die Kinder erfreuten das Publikum mit alten und neueren Liedern. Jula, die jüngste, ist acht Jahre und hat erst vor sechs Wochen angefangen, Harfe zu spielen. Sie hat sich schon zwei kleine Stücke erarbeitet. Die erfahreneren jungen Mädchen spielen schon anspruchsvollere Weisen allein oder im Duett. Am Ende dieser Solodarbietungen der Kinder spielte der elfjährige Mündener Klavierschüler Lennart Rose „The River Flows in you“ auf dem Keyboard. Sehr beeindruckend ist die für ein Kind in diesem Alter überraschende emotionale Reife seines Vortrags. Lennart lies einen Fluss aus Klängen im Kirchenraum entstehen, der strömte, plätscherte, rauschte und immer wieder sehr spannungsreich in seinem Fließen innehielt. Das Publikum war verzaubert und dankte mit einem besonders kräftigen Applaus.

Zu Beginn des zweiten Teiles spielten die beiden ältesten Ladys des Orchesters den Vogelsbergwalzer im Duett. Das aus Thüringen angereiste Gast-Duo „Flamma in cantare“ (Bettina Schröter und Jule Butzert-Müller) stellte sich mit einem virtuos gespielten finnischen Walzer vor. Danach wechselte die Stimmung in Moll. Mit dem norwegischen Volkslied „Vem can segla from utan wind“ wurde der Schmerz des Abschiedes thematisiert. Das Lied erklang diesmal als Vokalversion, ergreifend schön gesungen von Katrin Krautz aus Thüringen. „Harte Zeiten“ von Christoph Pampuch blieb in der gleichen

Stimmung, meisterlich vorgetragen von den „Harfenjulen“ Bettina Kallausch und Valerie Liese (Münden/Landwehrhagen). Heitere Liebeslieder, Trinklieder und Tänze beendeten den Reigen der Solovorträge der vier Profimusikerinnen. Besonders hervorzuheben sind das im Quartett gespielte „Lavenders blue“ mit Gesang (Bettina Schröter) und Gemshornflöte (Bettina Kallausch) und der sehnsuchtsvolle „Tango to Evora“ nach Loreena McKennitt, den das Duett „Flamma in cantare“ spielte und sang.

Das Konzert endete, wie es begonnen hatte. Noch einmal wiederholte das große Harfenorchester die vier Stücke vom Anfang. Dass dabei, nach langem Stillsitzen, den Jüngsten die Pferdchen etwas davon galoppiert sind war mehr als verzeihlich.

Auch das diesjährige Benefizkonzert hat alle Sinne angesprochen: Die Ohren wurden verwöhnt mit schönen Klängen, fröhlich, traurig, sehnsüchtig und heiter. Den Augen wurde ein prächtiger Anblick von schönen individuell gestalteten Instrumenten und phantasievoll gewandeten Musikerinnen geboten. Bei den Tanzliedern war es schwer, die Füße stillzuhalten. Und Gänsehaut gab es auch an manchen Stellen. Das Publikum bedankte sich mit einem großen Applaus und spendete großzügig für das Mündener Hospiz. So kamen auch in diesem Jahr 820 Euro für musiktherapeutische Angebote im Hospiz Hann. Münden zusammen.

(Text: Lore Puntigam, Mündener Klanghaus, Foto: Astrid Burkhardt)