Sachbeschädigung und Körperverletzung

Erste Regung auf einem langen Weg – Familie Haas erstattet Anzeige

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Rückansicht eines Hauses der Familie Haas. Wenn das alte Fachwerkhaus agieren könnte, wäre eine Anzeige wegen „Hausverletzung“ sicher angebracht.

Seit über 10 Jahren stehen sieben der ältesten Fachwerkhäuser der Familie Haas in Hann. Münden leer. Die Bürgerinitiative der Denkmalaktivisten gründete sich, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und mit Aktionen Aufmerksamkeit gegen den Verfall zu erregen. Von den Aktivisten bepflanzte Blumenkübel schmückten seit dem Sommer die Eingänge der sieben Häuser und provozierten sanft mit der Beschriftung: „Hier stirbt ein Haus!‘‘.

Familie Haas bevorzugt schweigende Bürger

Der Anblick der Häuser wurde etwas erträglicher und die Menschen aufmerksam gemacht – zum Unwohl der Familie Haas, die es lieber hat wenn die Mündener zu dem Zustand schweigen. Am 25. September wurden die Blumenkübel entfernt. Zeugen konnten ein Auto mit Kennzeichen aus dem Bad Orber Landkreis erhaschen – Claudia Haas?

Haas zeigt Regung durch Anzeige

IMG_2474_V2Im Nachgang des Trauerzuges, bei dem am 18. Juli 2015 Hunderte Mündener Bürger auf die Straße gingen, erstattete Karl-Herbert Haas Anzeige gegen Unbekannt. Die Vorwürfe sind: Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verleumdung. Fünf Mitglieder der Bürgerinitiative nahmen als Zeugen Stellung zu diesen Vorwürfen, die scheinbar etwas in Gang gesetzt haben.

“Wir sind alle Mitglieder der Bürgerinitiative Denkmalaktivisten. Zusammen mit vielen anderen Mitgliedern der Bürgerinitiative haben wir den Trauerzug am 18. Juli 2015 geplant, organisiert und durchgeführt. Diese von der Stadt Münden genehmigte und von der örtlichen Polizei und den Medien begleitete Demonstration sollte auf den Missstand hinweisen, dass sieben stadtbildprägende Fachwerkhäuser im Eigentum der Familie Haas seit über 10 Jahren leer stehen. Den sichtbar fortschreitenden Verfall dieser Baudenkmäler können und wollen wir als Bewohner und Liebhaber unserer einmalig schönen Fachwerkaltstadt nicht hinnehmen.

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Die Schaufensterscheiben am Haus Burgstr. 12 splittern bereits – Gefährdung der Fußgänger?

Zum Vorwurf der Sachbeschädigung versichern wir, dass wir vor, während und nach der Aktion „Trauerzug gegen den Verfall “keinerlei Beschädigungen an den sieben Häusern wahrgenommen haben und auch keine Aktionen beobachtet haben, die eine Sachbeschädigung darstellen könnten.

Zum Vorwurf der Körperverletzung können wir überhaupt keine Aussage machen.

Was den Vorwurf der Verleumdung betrifft, können wir versichern, dass die Mitglieder der Bürgerinitiative sehr sorgsam darauf bedacht waren, alle Informationen über das Schicksal der verlassenen Häuser auf belegbare Tatsachen aufzubauen. Die Bürgerinitiative ist auch Urheberin der Postkarten (…). Mit der Postkartenaktion hat die Bürgerinitiative ihrer Trauer Ausdruck gegeben und die Eigentümer um Aufklärung gebeten, was sie gegen den Verfall der Häuser zu tun gedenken. Adressiert wurden die Postkarten an die offizielle Firmenadresse. Wir können nicht ausschließen, dass der Platz für eigene Statements auf den Postkarten von einem oder mehreren absendenden Personen möglicherweise für verleumderische Aussagen missbraucht wurde. Darüber ist uns aber nichts bekannt.‘‘

– Bernd Demandt, Patricia Magdalene Kenar, Lore Puntigam, René Wallburg, Sarah Bauer –