„Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“

Ausstellung, Vorträge und mehr in Witzenhausen

 

Im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten findet im Tropengewächshaus und im Lehr- und Lerngarten in Witzenhausen, Steinstr. 19 eine Ausstellung zum Thema Heilpflanzen statt. Die Ausstellung stammt vom Verband Botanischer Gärten e.V. Sie wird bundesweit zeitgleich in 35 Botanischen Gärten gezeigt. Sie ist vom 10. bis zum 17. Juni 2018 täglich von 14-16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen, ein Vortrag, ein Workshop und ein Schulprogramm (s. u.) sind Teil der Kooperationsveranstaltung von Universität Kassel, von WeltGarten Witzenhausen und dem Frau Holle Kräuter Garten der BioTeeManufaktur Hessen/Unterrieden.
Programm
Sonntag, 10. bis Sonntag 17. Juni, täglich 14-16 Uhr Ausstellung im Tropengewächshaus und Lehr-und Lerngarten. Eine Kooperation mit WeltGarten Witzenhausen und Frau Holle Kräuter Garten der BioTeeManufaktur Hessen/Unterrieden zur Woche der Botanischen Gärten. Eintritt frei.
Mittwoch, 13. Juni, 19 Uhr Vortrag: „Nachhaltigkeit und Zertifizierung bei der Produktion von Heilpflanzen“. Birgitt Boor, BIOHERB Witzenhausen (angefragt), ab 18 Uhr Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung, Eintritt 5 € – Studierende frei.
Dienstag, 12. Juni, 17-18.30 Uhr Führung durch die Ausstellung mit der Heilpraktikerin Ines Fehrmann Eintritt 4 €. Weitere Termine buchbar.
Freitag, 15. Juni, 17-18.30 Uhr Führung durch die Ausstellung mit der Heilpraktikerin Ines Fehrmann Eintritt 4 €.
Sonntag, 17. Juni, 14-16.30 Uhr Workshop: „Dafür ist ein Kraut gewachsen – Heilpflanzen hier und anderswo“. Mit der Heilpraktikerin Ines Fehrmann, Anmeldung bis 10.6. unter 05542-72812, Kosten 12 €.
Schulprogramm „Heilpflanzen zwischen Tradition und Wellness“ in Völkerkundemuseum, Weltladen oder Tropengewächshaus, Termine auf Anfrage, Dauer ab 2,5 Std., 70 €.
zusätzlich
Sonntag, 10. bis Sonntag, 17.6., täglich 14-16 Uhr Frau Holle Kräutergarten der Biotee-Manufaktur Hessen GmbH, Ludwigsteinstraße 8, in 37214 Witzenhausen – Unterrieden: Führungen auf Anfrage Tel.: 05542 / 500 60 67

Pflanzen können helfen, Krankheiten zu heilen. Dies wussten die Menschen schon vor vielen tausend Jahren. In allen Kulturen der Welt hat sich eine ausgeprägte Tradition der Pflanzenheilkunde entwickelt. Auch heute noch basiert die medizinische Versorgung für einen Großteil der Weltbevölkerung allein auf pflanzlichen Heilmitteln. Man schätzt, dass weltweit rund 50.000 bis 70.000 verschiedene Pflanzenarten für medizinische Zwecke genutzt werden. Einige davon dienen zur industriellen Produktion pflanzlicher Arzneimittel, die meisten werden in der traditionellen Heilkunde der Bevölkerung ländlicher Räume verwendet. In Europa werden rund 2.000 verschiedene Pflanzen medizinisch genutzt.
Auch in Deutschland stehen pflanzenbasierte Arzneimittel hoch im Kurs. Im Jahr 2016 wurden in Apotheken und über den Versandhandel 126 Millionen Packungseinheiten Phytopharmaka im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro verkauft!
Nur ein kleiner Teil der medizinisch genutzten Pflanzenarten wird landwirtschaftlich produziert. 80 bis 90 Prozent aller Heilpflanzenarten werden nicht angebaut, da sie in Kultur nur schlecht gedeihen oder nur so kleine Mengen benötigt werden, dass sich ein Anbau nicht lohnt. Stattdessen werden wildwachsende Pflanzen gesammelt. Weltweit sind rund ein Fünftel dieser Pflanzenarten durch Übernutzung oder andere Ursachen gefährdet.
Ob Halsschmerzen, Erschöpfung oder Herzprobleme: die Pflanzenwelt bietet ein schier unerschöpfliches Reservoir von heilenden Wirkstoffen. Aber wie werden aus Pflanzen eigentlich Arzneimittel? Wozu produzieren die Pflanzen diesen chemischen Cocktail, den wir uns zunutze machen? Welche Bedeutung haben Heilpflanzen in der traditionellen Medizin und welchen in der „Schulmedizin“?
Die 16 Schautafeln im Garten und im Gewächshaus behandeln Themen wie Biologie, Handel, Zertifizierung, Wirkstoffe und Qualitätssicherung. Zusätzlich umfasst die Ausstellung Steckbriefe mit Porträts und detaillierten Informationen zu ausgewählten Pflanzenarten wie Kamille, Brennnessel und Baldrian, aber auch zu „Exoten“ wie Umckaloabo oder Passionsblumen. Möchten Sie mehr erfahren, dann nehmen Sie doch an einer der Begleitveranstaltungen teil oder buchen Sie eine Gruppenführung.
Universität Kassel/Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen
Steinstr. 19, 37213 Witzenhausen,
tropengewaechshaus@uni-kassel.de, 05542-981231