„Aktivität und Bewegung – das ist keine Frage des Alters“

Dr. Georg Fieseler ist neuer Chefarzt für Unfallchirurgie im Klinikum Hann. Münden

Ein neues Gesicht bereichert ab dem 1. April das Ärzteteam des Klinikums Hann. Münden. Der 56-jährige Dr. Georg Fieseler übernimmt den Chefarztposten der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin. In dieser Funktion ist der Mediziner auch für die Sektion Schulter-, Knie- und Arthroskopische Chirurgie sowie Sportorthopädie verantwortlich. In der Abteilung, deren Leitung er übernimmt, gibt es noch die Sektionen Unfallchi­rurgie und BG-Verfahren (hier geht es um Begutachtungen für Berufsgenossenschaften, Anm. d. Red.) unter Oberarzt Dr. Teo Dimitrov und Rüdiger Opitz sowie für Endoprothetik mit Medizinischem Versorgungszentrum, eigenverantwortlich geleitet von Dr. Wolfgang Müller.

Teamplayer und Facharzt
Dr. Fieseler ist Facharzt für Chirurgie und Orthopädie, jeweils noch spezialisiert für Unfallmedizin. Nach seinem Studium in Göttingen und anschließendem Aufenthalt in der Schweiz begann er seine chirurgische Ausbildung in Mannheim. Es folgten Stationen in Darmstadt, Witten/Herdecke und Wuppertal, wo er seine Fachausbildung abschloss. Bereits von 2003-2015 hatte er sich in Hann. Münden mit einer kassenärztlichen Praxis niedergelassen. Doch er sei ein „Teamplayer“ und arbeite am liebsten mit anderen Kolleginnen und Kollegen zusammen, weswegen er an das Krankenhaus in seiner Geburtsstadt Warburg wechselte. Schließlich folgte der Ruf nach Hann. Münden, wo er sich auf die Stelle des Chefarztes bewarb. Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht, hier die Grund- und Regelversorgung in der operativen Unfallchirurgie und -orthopädie weiter zu verbessern und die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Prof. Dr. Alois Schmid fortzuführen.

Zusammenarbeit mit
niedergelassenen Ärzten
Bei Patientinnen und Patienten, die ihn bereits als Praxisarzt kennen, will er aber keine falschen Erwartungen wecken: „Als Klinik­arzt verfüge ich nicht über normale Zugangsmöglichkeiten wie bei Sprechstunden in einer kassen­ärztlichen Praxis. Hier setze ich, beispielsweise in Sachen Nachbetreuung, auf gute Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten.“ Verantwortlich sei er jetzt für eine operative Abteilung. Konservative Behandlungen würden nicht angeboten. „Meine Passion ist die Aktivität und Bewegung des Menschen. Dies ist keine Frage des Alters. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch mein berufliches Leben.“

Fachkongresse und Handball
Für Dr. Fieseler ist es selbstverständlich, sich ständig weiter zu bilden – so erlangte er Zertifikate im Teilgebiet Sportmedizin, als Schulterchirurg der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) und als Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA); ebenso erarbeitete er sich einen Fachkundenachweis über Technische Orthopädie. Auch international hat er gearbeitet und an Kongressen teilgenommen, u. a. in Ägypten, Indien und Tunesien. „Ich empfinde es als Privileg, in der Welt herumgekommen zu sein“, erklärt Dr. Fieseler. Des Weiteren ist er Lehrbeauftragter der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale und verfasste Gastbeiträge für Fachbücher des Wissenschaftsautors Lior Laver.

Persönliches Steckenpferd des vierfachen Familienvaters ist die Handball-Betreuung in der Region, die inzwischen einen Radius von rund 250 km umfasst. Besonderer Höhepunkt war für ihn die Begleitung der Weltmeisterschaft 2017 in Paris, wo er einen Vortrag über Verletzungen im Handballsport hielt.

Konzept für die Zukunft
Seine Vision für den Standort Hann. Münden ist, hier mittelfristig weitere Schwerpunkte wie Ellenbogen- oder Fußchirurgie anbieten zu können. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Spezialisierung in bestimmten Fachbereichen einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die Zukunftsfähigkeit kleinerer Häuser zu erhöhen“, begründet Dr. Fieseler seine Ideen.
Sven Schreivogel